Rezept für Mirabellen Marmelade
Wenn im Spätsommer die Mirabellen reif sind, darf ein paar Wochen später beim Frühstück gerne noch etwas davon übrig sein.[…]
Mehr dazuFrische Brötchen am Morgen sind unfassbar gut. Wenn der Teig dafür aber bereits am Abend vorher fertig ist, ist es noch besser. Genau deshalb mag ich diese Baguette Brötchen so gerne. Der Teig wandert über Nacht in den Kühlschrank und am nächsten Morgen musst du die Brötchen nur noch formen, kurz ruhen lassen und backen. Durch die lange Teigruhe brauchst du gerade einmal 3 Gramm frische Hefe. Dafür bekommen die Baguettebrötchen Zeit, langsam aufzugehen. Innen werden sie schön locker, außen bekommen sie beim Backen mit Dampf eine richtig knusprige Kruste. Für mich sind sie genau die Art Brötchen, die man am liebsten noch leicht warm aufschneidet.

Löse zuerst die Hefe im kalten Wasser auf. Gib anschließend das Mehl und, wenn du möchtest, einen Teelöffel Honig oder Zucker dazu. Verrühre alles zunächst nur so lange, bis kein trockenes Mehl mehr zu sehen ist. Jetzt darf der Teig für etwa 20 Minuten abgedeckt stehen. Danach gibst du das Salz dazu und knetest ihn ungefähr 5 bis 8 Minuten. Lass dich dabei nicht davon irritieren, dass der Teig deutlich weicher und klebriger ist als ein klassischer Brötchenteig. Genau so soll er sein. Nach dem Kneten lässt du den Teig 30 Minuten bei Raumtemperatur stehen und dehnst und faltest ihn einmal. Nach weiteren 30 Minuten wiederholst du das Ganze. Danach wird die Schüssel gut abgedeckt und kommt für 10 bis 16 Stunden in den Kühlschrank. Am nächsten Morgen gibst du den Teig vorsichtig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche. Drücke ihn dabei möglichst nicht platt. Teile ihn in acht Stücke und forme daraus vorsichtig längliche Baguette Brötchen. Danach dürfen sie noch einmal ungefähr 30 bis 45 Minuten ruhen.
Wenn du den Teig das erste Mal machst, kommt wahrscheinlich kurz der Gedanke: Da fehlt doch Mehl. Genau das solltest du aber nicht einfach zusätzlich hineingeben. Der Teig enthält auf 500 g Mehl 360 g Wasser und ist deshalb bewusst weich. Diese höhere Wassermenge hilft dabei, dass sich beim Backen eine lockere Krume mit größeren, unregelmäßigen Poren bildet. Nach dem Kneten und vor allem während der Ruhezeit verändert sich der Teig außerdem noch. Durch das Dehnen und Falten bekommt er mehr Spannung und lässt sich später besser verarbeiten. Versuche deshalb lieber mit leicht bemehlten Händen und einer Teigkarte zu arbeiten, anstatt immer mehr Mehl unterzukneten. Zu viel zusätzliches Mehl würde die Baguette Brötchen am Ende eher kompakter machen.
Dehnen und Falten klingt erstmal nach einem zusätzlichen Arbeitsschritt, dauert aber jeweils nur wenige Sekunden. Gerade bei einem weichen Teig lohnt es sich. Ziehe dafür eine Seite des Teiges vorsichtig nach oben und lege sie über die Mitte. Wiederhole das von mehreren Seiten. Der Teig wird dabei nicht neu geknetet. Durch das Falten gewinnt der weiche Teig nach und nach an Struktur und Spannung. Das hilft ihm später dabei, die beim Gehen entstehenden Gase besser zu halten. Auf diese Weise bekommst du eine lockerere Krume, ohne den Teig mit zusätzlichem Mehl fester machen zu müssen. Bei diesem Rezept reichen zwei Runden vollkommen aus: einmal nach 30 Minuten und ein zweites Mal nach weiteren 30 Minuten. Danach darf der Kühlschrank die restliche Arbeit übernehmen.
Die Übernachtgare ist für dieses Rezept besonders praktisch. Du bereitest den Teig am Abend vor und kannst am nächsten Morgen frische Brötchen backen, ohne erst mehrere Stunden auf den Hefeteig warten zu müssen. Im Kühlschrank arbeitet die Hefe deutlich langsamer. Deshalb reichen auch die 3 Gramm frische Hefe aus. Eine solche lange, kühle Teigführung wird bei Baguette und Baguettebrötchen häufig genutzt und kann außerdem mehr Aroma entstehen lassen. Bei diesem Rezept kannst du den Teig ungefähr 10 bis 16 Stunden kalt gehen lassen. Damit bist du zeitlich relativ flexibel. Wenn du ihn beispielsweise abends gegen 20 Uhr vorbereitest, kannst du am nächsten Morgen ganz entspannt weiterbacken. Die Schüssel solltest du gut abdecken. Der Teig geht auch im Kühlschrank weiter auf und sollte dabei nicht austrocknen.
Für mich gehört zu Baguette Brötchen unbedingt eine knusprige Kruste. Dafür sind vor allem ein gut vorgeheizter Backofen und Dampf zu Beginn der Backzeit wichtig. Heize den Backofen zusammen mit einem Backblech auf 240 °C Ober-/Unterhitze vor. Stelle zusätzlich eine hitzefeste Schale auf den Ofenboden. Schneide die Brötchen kurz vor dem Backen längs ein. Ziehe sie anschließend mit dem Backpapier auf das heiße Blech und gib vorsichtig etwas heißes Wasser in die Schale. Dadurch entsteht Dampf im Backofen. Der Dampf hält die Oberfläche der Teiglinge zu Beginn länger elastisch. Dadurch können sie sich im Ofen besser ausdehnen. Gleichzeitig ist das Bedampfen ein typischer Schritt für eine dünne, knusprige Kruste bei Baguette und Baguettebrötchen. Auch andere Rezepte empfehlen dafür eine Schale mit Wasser beziehungsweise das Bedampfen des Ofens. Nach ungefähr zehn Minuten öffnest du die Ofentür einmal kurz und lässt den Dampf heraus. Danach können die Brötchen trocken und knusprig fertigbacken. Insgesamt brauchen sie ungefähr 18 bis 22 Minuten.
Nach der langen Ruhezeit steckt bereits viel Luft im Teig. Genau die möchtest du beim Formen möglichst behalten. Kippe den Teig deshalb vorsichtig aus der Schüssel auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche und knete ihn auf keinen Fall noch einmal durch. Teile ihn mit einer Teigkarte oder einem scharfen Messer in acht Stücke. Ziehe jedes Teigstück anschließend nur vorsichtig in eine längliche Form. Du musst daraus keine perfekt gleichmäßigen kleinen Baguettes rollen. Gerade etwas rustikal geformt sehen die Brötchen später sehr schön aus. Wenn du zu stark drückst oder den Teig kräftig ausrollst, entweicht ein großer Teil der Luft, die während der langen Gare entstanden ist. Deshalb ist hier tatsächlich weniger mehr.
Baguette Brötchen lassen sich sehr gut einfrieren. Das mache ich besonders gerne, wenn ohnehin der Backofen läuft. So hast du beim nächsten Frühstück mit wenig Aufwand wieder knusprige Brötchen. Lass die fertig gebackenen Brötchen dafür vollständig auskühlen und friere sie anschließend möglichst luftdicht verpackt ein. Zum Aufbacken kannst du sie kurz mit etwas Wasser befeuchten und anschließend für einige Minuten in den heißen Backofen geben. Dadurch wird die Kruste wieder deutlich knuspriger. Wenn du schon vorher weißt, dass du einen Teil einfrieren möchtest, kannst du diese Brötchen auch ein paar Minuten früher aus dem Ofen nehmen und beim späteren Aufbacken fertig bräunen lassen.
Wenn im Spätsommer die Mirabellen reif sind, darf ein paar Wochen später beim Frühstück gerne noch etwas davon übrig sein.[…]
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