Laugenbrezen: ein bayerischer Klassiker selbst gemacht!

von Simone Schäfer

Laugenbrezen- so einfach gelingen sie auch Zuhause!

Schon als Kind war es für mich das herzhafte Gebäck schlechthin: Die Laugenbrezen! Damals hat man gesagt, das kein bayerisches Kind ohne Brezen aufwachsen kann! 😀 Irgendwie stimmt das ja auch. Man kann sie schnell beim Bäcker kaufen, sie sind total gut zum Mitnehmen und man kann sie Stück für Stück essen! 

Aber warum dafür zum Bäcker gehen, wenn man es auch ganz einfach Zuhause machen kann? Heute zeige ich euch, wie man das Backen des klassischen Gebäcks selbst in die Hand nehmen kann. Alles was ihr dafür braucht ist ein ganz normaler Hefeteig, etwas Natron, Wasser und Salz oder Saaten zum Bestreuen der Brezen.

Habt ihr gewusst, dass es die Laugenbrezen schon seit dem Mittelalter gibt? Schon damals hatte das Gebäck enorme Bedeutung unter den Bäckern und ist heutzutage sogar das Wahrzeichen der Bäcker-Innungen. Bei Bäckereien habt ihr sicher auch schon mal eine Breze auf dem Schild über dem Eingang gesehen, oder? 🙂

Die Brezen haben sich innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz in den verschiedenen Regionen auch unterschiedlich entwickelt. Ich schreibe hier immer „Brezen“, weil es hier in Bayern so heißt und ich es daher absolut gewohnt bin, sie so zu nennen! 😀 Anderswo in Deutschland findet ihr sie aber auch als Brezel, Breze oder Brezet. Egal wie man sie nennt, aussehen tut sie fast überall gleich!

Bäcker stellen Brezen her, indem sie eine Rolle formen und diese dann in einer speziellen Art und Weise werfen. Da man das auf die schnelle nicht lernen kann, zeige ich euch hier, wie man sie etwas einfacher formen kann. Auch hier müsst ihr eine Rolle formen. Die Enden werden dann links und rechts halbkreisförmig nach oben und zur Mitte hin eingeschlagen. Die Stränge werden einmal spiralförmig verdreht und die Enden dann links und rechts außen auf die Rolle aufgelegt. Hört sich wirklich komplizierter an, als es ist! Wichtig dabei ist nur, dass ihr die Mitte der Rolle dicker lasst und zu den Enden hin dünner werdet.

Aber aus dem Hefeteig kann man nicht nur Brezen formen, sondern auch Brötchen, Knöpfe, Stangen, Zöpfe und und und. So bekommt ihr Laugengebäck in den verschiedensten Varianten, ohne dafür einen großen zusätzlichen Aufwand zu haben. Denn wie gesagt, der Hefeteig ist der gleiche und auch die weitere Verarbeitung ist identisch.

Wie geht es also weiter, wenn ihr die Brezen oder das Laugengebäck geformt habt? Ihr braucht einen großen Topf, 1,5 Liter Wasser und drei Esslöffel Natron. Diese Mischung kocht ihr sprudelnd auf und habt so die Lauge für unser Gebäck hergestellt. So macht man das zumindest für den Hausgebrauch und das ist genau das, was für uns geeignet ist! Welche chemischen Vorgänge hier genau zugrunde liegen, kann ich euch leider nicht so ganz genau erklären. Chemie war noch nie so richtig meine Stärke! 😀 

Was ich allerdings weiß ist, dass ihr den geformten Hefeteig nun jeweils für ca. 30 Sekunden in das sprudelnde Wasser gebt. Danach könnt ihr das Gebäck sofort auf ein Backblech legen und mit Salz oder anderen Saaten wie Sesam oder Mohn bestreuen. Durch die Feuchtigkeit der Lauge haftet das alles ganz wunderbar am Gebäck! 

Gebacken werden die Brezen oder das Laugengebäck im Allgemeinen dann erst bei 190 Grad Ober-/Unterhitze für 20 Minuten und dann nochmal bei 220 Grad für weitere 10 Minuten. So gehen sie schön auf, sind am Ende gut durch und vor allem außen richtig kross und braun. 

Ich glaube jeder hat so seine Art und Weise, wie man Brezen am liebsten ist! Ich mag sie persönlich am liebsten ohne Salz und sehr hell und eher weich. Mein Papa mag sie am liebsten wenn sie über und über mit Salz bestreut und total knusprig sind. Aber was auf jeden Fall nicht fehlen darf, ist eine ordentliche Portion Butter oder Obatzda zur Laugenbreze- so schmeckt sie einfach nur wahnsinnig lecker! 

Frisch schmecken die Laugenbrezen am allerbesten! Alte Brezen müsst ihr übrigens nicht wegschmeißen. Macht doch einfach Brezenknödel daraus. Das ist wirklich auch eine leckere Geschichte. Wenn ihr euch Brezen auf Vorrat einfrieren wollt, könnt ihr das natürlich auch tun. Dann würde ich euch empfehlen, den Teigling nach dem Natron-Bad ohne Salz einzufrieren, sie kurz auftauen zu lassen und dann wie beschrieben zu backen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, die fertigen Brezen einzufrieren und dann wieder bei einer niedrigeren Temperatur einfach nur aufzubacken.

Alles was ihr für die Lauge Zuhause braucht, ist etwas Natron, Wasser und einen großen Topf!

Simone von Sheepy’s Bakery

 
 

Laugenbrezen mit Butter

 

Laugenbrezen: so könnt ihr das herzhafte Gebäck auch Zuhause backen!

Alles was wir dafür brauchen, ist ein klassischer Hefeteig für herzhafte Gebäcke, einen großen Topf mit Wasser und Natron. Wie ihr das dann zu leckerem Laugengebäck verarbeitet, zeige ich euch genau hier! 

Laugenbrezen

Bewertung 4.4/5
( 5 Bewertungen )
Portionen: 8 Brezen Vorbereitungszeit: Backzeit: Nährwertangaben 200 Kalorien 20 grams Fett

Zutaten

Für den Teig:

  • 500g Mehl (Weizenmehl Typ 550 oder Dinkelmehl Typ 630)
  • 1 Würfel Hefe oder 2 Päckchen Trockenhefe
  • 2 TL Zucker
  • 8g Salz
  • 50g Butter
  • 300ml lauwarmes Wasser

Für die Lauge:

  • 1,5 l Wasser
  • 3 EL Natron

außerdem:

  • grobes Salz oder Saaten wie Sesam oder Mohn zum Bestreuen

Anleitung

Schritt 1

Für den Hefeteig löst ihr die Hefe im lauwarmen Wasser auf. Gebt alle restlichen Zutaten in eine Schüssel und gebt das Hefewasser dazu. Verknetet alles zu einer Teigkugel. Achtet darauf, dass ihr den Teig auf jeden Fall ca. 10 Minuten knetet.

Lasst den Teig dann zugedeckt an einem warmen Ort eine Stunde ruhen.

 

Schritt 2

Knetet den Hefeteig nochmal auf einer bemehlten Oberfläche durch. Teilt ihn in gleich große Stücke mit ca. 80-90 Gramm. Deckt die Kugeln zu und lasst sie nochmal 30 Minuten ruhen.

 

Schritt 3

Anschließend könnt ihr die Kugeln nach Lust und Laune formen!

Für die Brezen rollt ihr dünne, lange Stränge. Lasst diese aber in der Mitte dicker. Dreht sie nach oben links und rechts halbkreisförmig und zur Mitte hin ein. Verdreht sie dann einmal spiralförmig und legt die Enden links und rechts außen auf der Rolle ab. 

Für Laugenzöpfe formt ihr eine gleichmäßig dicke Rolle. Nehmt die zwei Enden und sucht euch die Mitte der Rolle. Von der Mitte legt ihr die zwei Enden abwechselnd übereinander bis ihr unten angekommen seid. Oben ist der Zopf also geschlossen, nach unten hin offen. Das untere Ende legt ihr dann sauber übereinander. 

Für Brötchen formt ihr einfach Kugeln und ritzt diese kreuzförmig ein.

Für Stangen formt ihr längliche dicke Schlangen und ritzt sie mehrmals schräg ein.

 

Schritt 4

Kocht nun 1,5 Liter Wasser und 3 Esslöffel Natron in einem großen Topf 10 Minuten sprudelnd auf. 

Legt ein Backblech mit Backpapier aus und heizt den Ofen auf 190 Grad Ober-/Unterhitze vor.

Lasst das Gebäck anschließend jeweils 30 Sekunden im sprudelnden Natronwasser ziehen. Benutzt zum hineinlegen am besten eine Schaumkelle. Achtet darauf, dass die Brezen rundherum mit dem Wasser bedeckt sind, taucht sie gegebenenfalls auch unter.

Legt sie dann mit etwas Abstand auf ein Backblech und bestreut sie sofort mit grobem Salz, Sesam, Mohn, o.Ä.

Backt die Brezen dann erst 20 Minuten auf mittlerer Schiene bei 190 Grad. Schaltet die Temperatur dann auf 220 Grad hoch und backt die Brezen so nochmal 10 Minuten.

Laugenbrezen mit Laugenzopf auf Brett angerichtet

Hinterlasse gerne dein Feedback! :)

Das könnte dir auch gefallen! :)