Gold und Silberkuchen
Gold- und Silberkuchen ist einer dieser klassischen Kuchen, die man sofort mit Sonntagskaffee verbindet. Er wirkt besonders, ist aber eigentlich[…]
Mehr dazuNapfkuchen erinnert mich direkt an einen gedeckten Kaffeetisch bei Oma. Schon die Form allein ist etwas Besonders, außerdem braucht der einfache Rührkuchen weder eine Creme noch eine aufwendige Dekoration. Etwas Puderzucker oder eine Schokoladenglasur reicht vollkommen aus. Für mein Napfkuchen-Rezept habe ich mich für einen klassischen Marmorkuchen entschieden. Der helle Vanilleteig wird dabei mit einem Teil Schokoteig kombiniert, sodass beim Anschneiden die typische Marmorierung sichtbar wird. Durch die Butter, die Eier und ausreichend Milch bleibt der Kuchen schön saftig, während der Kakao dem dunklen Teig einen kräftigen Schokoladengeschmack gibt. Ein Napfkuchen kann allerdings noch viele andere Gesichter haben. Neben Marmorkuchen lassen sich beispielsweise Zitronenkuchen, Nusskuchen, Schokoladenkuchen oder sogar Hefekuchen in der typischen Form backen. Entscheidend ist daher weniger eine bestimmte Teigsorte, sondern vor allem die hohe runde Backform.

Für einen lockeren Napfkuchen solltest du die weiche Butter zunächst mehrere Minuten mit Zucker, Vanillezucker und Salz aufschlagen. Die Masse wird dabei heller und bekommt sichtbar mehr Volumen. Genau diese eingeschlagene Luft hilft später dabei, dass der Rührteig schön aufgeht. Anschließend kommen die Eier einzeln dazu. Gib das nächste Ei erst in die Schüssel, wenn sich das vorherige weitgehend mit der Buttermasse verbunden hat. Falls die Masse dabei leicht flockig aussieht, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Sobald das Mehl dazukommt, verbindet sich der Teig meist wieder.
Mehl und Backpulver werden danach abwechselnd mit der Milch untergerührt. Hier solltest du allerdings nur noch so lange mixen, bis ein glatter Teig entstanden ist. Wird Rührteig nach der Mehlzugabe sehr lange bearbeitet, kann der Napfkuchen später fester und weniger locker werden.
Napfkuchen und Gugelhupf werden im Alltag meistens für denselben Kuchen verwendet. Die Begriffte stehen für einen Kuchen, der in einer runden und häufig in der Mitte geöffneten Form gebacken wird. Dabei kann es sich sowohl um einen Rührteig als auch um einen Hefeteig handeln. Der Begriff Napfkuchen bezieht sich damit also in erster Linie auf die Form. Der Gugelhupf ist die wohl bekannteste Variante und wird typischerweise in einer geriffelten Form mit einem Rohr in der Mitte gebacken. Besonders in Österreich gehört der Gugelhupf traditionell zur Kaffeehaus- und Frühstückskultur. Eine allgemeingültige Regel, nach der ein Gugelhupf immer aus Hefeteig und ein Napfkuchen immer aus Rührteig bestehen müsste, gibt es nicht. Beide Begriffe überschneiden sich stark.
Für die Marmorierung gibst du zunächst den größten Teil des hellen Teigs in die vorbereitete Form. Unter den restlichen Teig werden anschließend Backkakao und zusätzliche Milch gerührt. Die Milch ist wichtig, weil Kakao viel Flüssigkeit bindet. Ohne sie wäre der dunkle Teig deutlich fester als der helle und würde sich nur schwer gleichmäßig verteilen. Beide Teige sollten daher ungefähr dieselbe weiche Konsistenz haben. Verteile den Schokoteig auf dem hellen Teig und ziehe anschließend eine Gabel spiralförmig durch beide Schichten. Dabei reicht eine einzige großzügige Bewegung durch die Form meistens aus. Rührst du zu lange oder zu kräftig, vermischen sich die Teige vollständig und die Marmorierung ist nach dem Backen kaum noch zu erkennen. Falls du eine stärkere Zeichnung möchtest, kannst du hellen und dunklen Teig auch in mehreren Schichten einfüllen. Dadurch entstehen feinere und stärker verteilte Schokoladenmuster.
Eine Napf- oder Gugelhupfform hat viele Kanten und Vertiefungen. Daher muss sie gründlicher vorbereitet werden als eine glatte Kastenform oder Springform. Verteile weiche Butter wirklich in allen Rillen, rund um das mittlere Rohr und bis zum oberen Rand. Anschließend wird die gefettete Form dünn mit Mehl ausgestäubt. Drehe und kippe sie dabei, bis alle gebutterten Stellen bedeckt sind. Überschüssiges Mehl kannst du danach ausklopfen. Alternativ eignen sich auch feine Semmelbrösel oder gemahlene Mandeln, die dem Kuchen zusätzlich eine leicht knusprige Oberfläche geben.
Nach dem Backen sollte der Napfkuchen zunächst ungefähr zehn Minuten in der Form ruhen. In dieser Zeit stabilisiert sich der Rührteig, löst sich durch das Abkühlen aber bereits etwas vom Rand. Bleibt der Kuchen trotzdem hängen, kannst du den Rand vorsichtig mit einem dünnen Kunststoff- oder Silikonmesser lösen. Metallmesser können beschichtete Backformen beschädigen. Drehe die Form anschließend um und lege für einige Minuten ein feuchtes, kaltes Tuch darauf. Durch den Temperaturunterschied löst sich der Kuchen manchmal leichter. Lässt du ihn dagegen vollständig in der Form auskühlen, kann er erneut fester anhaften. Außerdem sammelt sich unter Umständen Feuchtigkeit zwischen Kuchen und Form.
Ein trockener Napfkuchen war schlichtweg meist zu lange im Ofen. Beginne deshalb rechtzeitig mit der Stäbchenprobe und stich möglichst an einer Stelle ein, an der sowohl heller als auch dunkler Teig sitzt. Bleiben nur wenige feuchte Krümel am Holzstäbchen, kann der Kuchen bereits fertig sein. Auch zu viel Mehl macht den Kuchen trocken. Wiege die Zutaten daher möglichst genau ab und gib nicht vorsorglich mehr Mehl dazu, nur weil der Teig weich wirkt.
Eine speckige oder feste Schicht kann dagegen entstehen, wenn Butter, Eier und Milch sehr unterschiedliche Temperaturen hatten. Dann verbindet sich die Buttermasse weniger gleichmäßig. Am besten nimmst du Butter und Eier rechtzeitig aus dem Kühlschrank. Die Milch sollte ebenfalls nicht eiskalt sein. Weitere mögliche Ursachen sind:
Fülle eine Napfkuchenform grundsätzlich nicht bis zum Rand. Der Teig braucht während des Backens Platz zum Aufgehen. Als Orientierung sollte die Form höchstens ungefähr zu zwei Dritteln gefüllt sein.
Der klassische Napfkuchen muss kein Marmorkuchen sein. Da der Name vor allem die Form beschreibt, kannst du viele verschiedene Rühr- und Hefeteige darin backen. Der Kuchen kann dabei schlicht bleiben oder mit Glasur, Nüssen und Früchten ergänzt werden. Besonders gut eignen sich:
Auch bei der Dekoration kannst du variieren. Puderzucker passt zu fast jeder Sorte, während Schokoladenglasur besonders gut mit Marmor-, Nuss- und Schokoladenkuchen harmoniert. Ein Zitronen- oder Orangenguss eignet sich dagegen für fruchtige Varianten.
Napfkuchen lässt sich gut vorbereiten und schmeckt häufig auch am zweiten Tag noch saftig. Lass ihn nach dem Backen vollständig auf einem Kuchengitter auskühlen und verpacke ihn anschließend luftdicht. Bei Raumtemperatur hält sich der Marmorkuchen ungefähr drei bis vier Tage. Der Kühlschrank ist normalerweise nicht nötig, da Rührkuchen dort schneller fest werden kann. Stelle ihn stattdessen an einen kühlen Ort und schütze die Schnittfläche vor dem Austrocknen. Eine Schokoladenglasur hilft zusätzlich dabei, Feuchtigkeit im Kuchen zu halten. Verwendest du nur Puderzucker, kannst du diesen auch erst kurz vor dem Servieren aufstreuen.
Zum Einfrieren eignet sich Napfkuchen ebenfalls gut. Du kannst ihn im Ganzen oder bereits in Scheiben geschnitten verpacken. Einzelne Stücke tauen schneller auf und lassen sich nach Bedarf entnehmen. Eine Glasur würde ich, wenn möglich, erst nach dem Auftauen auftragen.
Gold- und Silberkuchen ist einer dieser klassischen Kuchen, die man sofort mit Sonntagskaffee verbindet. Er wirkt besonders, ist aber eigentlich[…]
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