Ein wahrer Hingucker: meine Charlotte Royal!

von Simone Schäfer
Charlotte Royal mit Himbeermousse

Das ist die Charlotte Royal! 

Es gab selten einen Kuchen, den ich optisch so interessant fand, wie die Charlotte Royal! Sie steht schon ewig auf meiner Back-Bucketlist und jetzt habe ich es endlich geschafft für euch ein Rezept dazu zu schreiben. Und natürlich zu backen! 🙂 Was genau eine Charlotte Royal ist, wie sie funktioniert und was ihr dafür braucht habe ich euch hier im Blogartikel zusammengeschrieben. 

Charlotte ist der Oberbegriff für ganz viele Arten von Kuchen bzw. Süßspeisen. Die ursprüngliche Namensgeberin der Leckereien war wohl Sophie-Charlotte, die Frau vom damaligen englischen König George III. Das war bereits im 18. Jahrhundert. Die Charlotte hat sich also schon Jahrhunderte in unseren Backbüchern gehalten, was ja wirklich für sie spricht, oder? 🙂

In dieser Zeit war die Charlotte eine warme Süßspeise aus Äpfeln, die vom Prinzip her dieser Charlotte Royal sogar etwas ähnelt. Statt dem Biskuit wurden dort eben Apfelscheiben verwendet. Die Süßspeise wurde warm gestürzt und auch warm serviert. 

Darauf folgten die vielen Varianten der kalten Charlotte. Dazu zählen unter anderem die Charlotte russe mit Löffelbiskuits oder die Charlotte Malakoff mit Mandelcreme. Darunter fällt nun aber auch die Charlotte Royal, die manchmal auch Charlotte Pompadour (wenn Erdbeeren in der Creme verarbeitet sind) heißt. 

Wie sieht unsere Charlotte Royal nun genau aus? Es geht hier um einen kuppelförmigen Kuchen, der an der Außenseite aus in Scheiben geschnittenen Biskuitrouladen besteht. Die Rouladen selbst sind mit fruchtiger Marmelade gefüllt. In der Mitte befindet sich eine leckere Creme. Diese kann theoretisch aus allem bestehen, was ihr gerne mögt! Meist wird aber gerne auf fruchtige Mousse zurückgegriffen. Vanille oder Schoko schmeckt natürlich auch wunderbar! 

In unserem Fall habe ich hier das Rezept für eine Himbeer-Mousse für euch. Ich liebe diese Geschmacksrichtung einfach! Die Creme sollte für die Charlotte Royal sehr stabil sein, damit die Kuppelform auch nach dem Anschnitt erhalten bleibt. Daher ist das Verwenden von Gelatine oder Agar Agar notwendig. 

Als Abschluss bzw. eigentlich als Unterseite des Kuchens, wenn man ihn dann gestützt hat, befindet sich auf/unter der Creme nochmal eine Schicht Biskuit-Scheiben. Theoretisch ist es möglich, dass ihr anstatt der Biskuitrouladen auch einen normalen Biskuitboden oder auch einen Mürbeteigboden backt. Das ist allerdings viel aufwändiger, denn ihr müsst die Böden zusätzlich zu der Roulade und der Creme separat zubereiten.

Meine Charlotte Royal- so wird`s gemacht!

Wie die Charlotte Royal nun prinzipiell aussieht, habt ihr nun schon erfahren. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie man denn diese Kuppelform hinbekommt. Zumindest ging es mir so, als ich den Kuchen das erste Mal gesehen habe! 😀 Aber das ist ganz einfach, ihr werdet sehen!

Aber nun erst einmal zu den einzelnen Bestandteilen. Denn zunächst benötigen wir die Biskuitrollen. Mit diesen steht und fällt wortwörtlich der Kuchen! Um diese zu backen, braucht ihr einen saftigen Biskuit, der auf einem Backblech gebacken wird. So ist er am Ende schön dünn und perfekt dafür, als Roulade aufgerollt zu werden.

Der Biskuit ist außerdem so dünn, dass er nur ca. 13 Minuten in den Ofen muss. Ich habe ihn dann sofort auf ein sauberes Geschirrtuch gestützt und mit Marmelade bestrichen. Dafür habe ich zwei verschiedene Sorten verwendet: Himbeere und Kirsche. Anschließend habe ich den Biskuit von der langen Kante her eng aufgerollt.

Wenn der Biskuit noch warm ist, funktioniert das alles wunderbar. Lasst ihn also gar nicht lange auskühlen. Erst wenn er gerollt ist, kann er vollständig abkühlen. Wenn das passiert ist, schneidet ihr die Rolle in ca. 0,8-1cm dicke Scheiben. 

Jetzt kommt der Clou an der ganzen Geschichte! Um aus den Biskuit-Scheiben eine Kuppel zu machen, nehmt ihr euch eine Schüssel mit ca. 25 Zentimeter Durchmesser zur Hand. Diese bedeckt ihr zunächst mit Frischhaltefolie und legt dann die Innenseite mit Biskuit-Scheiben aus. Legt sie ruhig eng aneinander, damit der Kuchen am Ende schön stabil ist! Fünf bis sechs Scheiben sollten allerdings übrig bleiben, denn sie bilden den süßen Abschluss der Kuppel! 

Dazwischen wird aber noch die Creme eingefüllt. Diese besteht hier aus Speisequark, Joghurt, geschlagener Sahne, Himbeerpüree, Puderzucker und Gelatine. Eine richtig leckere Kombi! Mein Mann sagt immer, der Geschmack erinnert ihn etwas an Fruchtzwerg! 😀 

Auf jeden Fall müsst ihr die Zutaten für die Creme nur zusammenrühren. Die Gelatine arbeitet ihr dann nach Packungsanweisung ein. Anschließend füllt ihr die Creme auf die Biskuitscheiben, bis ca. einen Zentimeter unter den Rand der Schüssel. 

Darauf setzt ihr nun noch die übrigen Biskuitscheiben. Dann geht es ab in den Kühlschrank. Und das am besten über Nacht oder für mindestens 5-6 Stunden. Dann wird es spannend! Der Moment des Stürzens ist da! 😀 Das geht aber ganz problemlos dank der Frischhaltefolie. Ihr dreht die Schüssel einfach um und zieht die Frischhaltefolie ab. Schon steht euer runder Kuchen vor euch!

Damit der Biskuit nicht so sehr austrocknet, habe ich die Charlotte Royal von außen aprikotiert. Das heißt, ich habe sie mit heißen Aprikosenkonfitüre überzogen. Das gibt einen tollen Glanz und der Biskuit bleibt auch von außen total saftig! Naja, und dann kann endlich angeschnitten werden!

Die Charlotte Royal ist tatsächlich mal ein eher aufwändigerer Kuchen in meinem Repertoire! 😀 Aber es lohnt sich! Die Zubereitung ist wirklich mal was ganz anderes, macht super viel Spaß und das Ergebnis kann sich sehen und schmecken lassen! 

Das Rezept unten könnt ihr natürlich auch verwenden, wenn ihr nur leckere mit Marmelade gefüllte Biskuit-Rouladen backen möchtet! 🙂 

Simone von Sheepy’s Bakery

 
 

Charlotte Royal im Ganzen

 

Charlotte Royal: ein unglaublich leckerer Hingucker auf eurer Kaffeetafel! 

Sucht ihr vielleicht auch nach einem Kuchen, der wirklich besonders ist? Dann seid ihr hier genau richtig! Denn die Charlotte Royal ist optisch und geschmacklich ein absolutes Highlight! Wie sie gemacht wird und was ihr dafür braucht, zeige ich euch gleich hier im Rezept!

Charlotte Royal

Bewertung 4.8/5
( 80 Bewertungen )
Portionen: 1 Backblech/ Schüssel mit 25cm Durchmesser Vorbereitungszeit: Backzeit: Nährwertangaben 200 Kalorien 20 grams Fett

Zutaten

Für die Biskuit-Rouladen:

  • 4 Eier
  • 150g Zucker
  • 125g Mehl
  • 1 Pck Vanillezucker
  • 1 TL Backpulver
  • 300g Marmelade (hier 150g Himbeere, 150g Kirsche)

Für die Creme:

  • 250g Speisequark
  • 200ml Schlagsahne
  • 150g Joghurt
  • 85g Puderzucker
  • 300g Himbeeren, frisch oder gefroren
  • 6 Blatt Gelatine

außerdem:

  • 50g Aprikosenmarmelade

Anleitung

Schritt 1

Heizt den Ofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor und legt ein Backblech mit Backpapier aus. 

Trennt die Eier. Schlagt das Eiweiß mit dem Zucker und Vanillezucker steif. Gebt die Eigelbe dazu. Mischt Mehl und Backpulver, siebt es zur Masse und hebt es leicht, aber gründlich unter.

Verteilt den Teig dünn auf dem Backblech. Backt den Biskuit für ca. 13 Minuten. 

 

Schritt 2

Stürzt den Biskuit direkt nach dem Backen auf ein sauberes Geschirrtuch. Bestreicht ihn dann auch direkt mit der Marmelade. Wenn ihr zwei verschiedene Marmeladen benutzt, halbiert ihr das Rechteck einmal waagerecht in der Mitte und bestreicht je eine Hälfte pro Sorte.

Rollt den Biskuit dann von der langen Seite her eng auf. Lasst ihn so vollkommen abkühlen.

Schneiden die Roulade anschließend in ca. 0,8-1cm dicke Scheiben.

 

Schritt 3

Bedeckt die Innenseite der Schüssel mit Frischhaltefolie. Legt darin dann die Biskuit-Scheiben aus. Lasst davon allerdings 5-6 Stück für den Boden übrig. Stellt die Schüssel in der Zwischenzeit in den Kühlschrank.

Jetzt könnt ihr die Creme zubereiten! Verrührt dabei alle Zutaten (außer die Gelatine) in einer Schüssel. Fügt die Gelatine nach Packungsanweisung hinzu. Füllt die Creme in die Schüssel auf die Biskuit-Scheiben bis ca. 1cm unter den Rand.

Setzt darauf die restlichen Scheiben der Roulade. Kühlt die Charlotte nun über Nacht oder für mindestens 5-6 Stunden. 

Stürzt sie anschließend, indem ihr die Schüssel kopfüber dreht. Entfernt die Frischhaltefolie und serviert eure Charlotte Royal! 

 

Charlotte Royal mit Biskuit und Creme

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