Die Melktert- ein himmlischer Genuss aus Südafrika!

von Simone Schäfer

Meine Verbindung zu Südafrika!

Willkommen in Südafrika! Zumindest geschmacklich sind wir dort heute mit der Backweltreise gelandet. Ich möchte euch heute einen Kuchen präsentieren, der in Südafrika und auch teilweise in Namibia zu den beliebtesten Desserts gehört- die Melktert! Ich kann euch jetzt schon verraten: so einen guten Kuchen habe ich bisher nur selten gegessen!

Ich war 2017 in Südafrika und bin seitdem wirklich verliebt in dieses Land! Ich habe dort eine Rundreise gemacht. Die Route hat mich von Johannisburg in den Krüger Nationalpark, dann an die Küste nach St. Lucia und Durban und wieder zurück ins Inland zu den Drakensbergen geführt. Dort war aber noch lange nicht Schluss! Zurück an der Küste mit einem Stopp im Tsitsikamma National Park ging es der Garden Route entland nach Kapstadt. 

Drei Wochen war ich dort insgesamt unterwegs und hätte locker noch ein paar Wochen länger bleiben können! Die Vielfalt Südafrikas ist einfach atemberaubend. Der Krüger Nationalpark bietet so eine erstaunliche Tierwelt und hat für mich komplett das Bild der Savanne dargestellt, die ich mir immer ausgemalt habe. Der Tsitzikamma National Park dagegen ist total grün und bewaldet. Die Küste Südafrikas hat alles- von rauen Felslandschaften bis hin zu sandigen Stränden.

Die Garden Route ist einfach nur wahnsinnig schön und dort kann man auch das ein oder andere Glas wirklich guten Weines trinken. Jede Stadt entlang der Küste ist so einzigartig! Vor allem Kapstadt hat mich total umgehauen. Die Stadt ist wirklich wunderschön, zeigt aber auch den starken Kontrast zwischen Arm und Reich, was einen auch etwas nachdenklich stimmt.

Die Menschen und die Kultur in Südafrika hat mich auch wirklich begeistert. Wir haben dort auch ein kleines Dorf und eine Schule besucht und waren alle wirklich überwältigt, wie herzlich uns alle aufgenommen haben.  Zudem gab es so viele Erlebnisse, die man nie wieder vergessen wird: Zebras die direkt neben der Hütte spazieren gehen oder Nilpferde, die Mitten auf der Straße nachts nach Futter suchen. Oder auch eine Wanderung, die plötzlich in strömendem Regen endet und der Abhang zum Fluss wird. Mein Fazit ist also: Südafrika ist einfach spektakulär, wunderschön und dort will ich definitiv noch ein paar Mal in meinem Leben hin!

Die Melktert und Südafrika!

Natürlich haben wir dort auch richtig gut gegessen. Die südafrikanische Küche ist stark von den Einflüssen der einzelnen Regionen und auch der Bevölkerungsgruppen geprägt. Was mir auf jeden Fall stark in Erinnerung geblieben ist, sind Gerichte wie Bobotie oder Braai Bap. Und natürlich die Melktert!

Wobei wir nun auch schon mitten drin wären im Thema! Ich musste einfach kurz meine Verbindung mit Südafrika mit euch teilen, bevor es wieder zurück zum Backen geht! 🙂 Die Melktert oder auch Milk Tart oder auf Deutsch „Milch-Tart“ ist neben Malva-Pudding eines der beliebtesten Desserts in Südafrika. Südafrikanische Desserts sind eher schwer und sehr süß! Dafür aber auch total lecker! 🙂 

Die Melktert besteht aus einem knusprigen Mürbeteig-Boden und einer Füllung aus Pudding. Geschmacklich sind hier Vanille und Zimt dabei. Gebacken wird sie übrigens, wie der Name schon vermuten lässt, in einer Tarteform. Es ist wirklich ein wahres Gedicht, wenn der knackige Mürbeteig auf die sehr cremige Füllung trifft. Ich könnte mich hier ja wirklich reinlegen. Ich bin gespannt, ob es euch auch so geht!

Hinter der Melktert steckt ein schon Jahrhunderte lang existierendes Rezept. Niederländische Siedler, die sich ca. im 17. Jahrhundert am Kap der Guten Hoffnung niedergelassen haben, brachten das Rezept mit. Melktert ist somit auch der Name des Kuchen auf Afrikaans. Auch in Nambinia gibt es niederländische Siedler und so ist die Melktert auch dort zu finden. Es ist echt faszinierend, wie sich dieses Rezept schon so lange hält und sogar zu einem der beliebtesten Desserts in Südafrika wurde!

Was macht die Melktert so besonders?

Das ist für mich ganz klar zu beantworten! Die Kombination aus Mürbeteig und Füllung. Ich habe für die Melktert ein ganz klassischen Rezept für einen süßen Mürbeteig gewählt. Drin sind kalte Butter, ein Ei, Mehl und Zucker. Endlich habe ich allerdings die jeweils richtige Zutatenmenge gefunden, damit der Teig schön geschmeidig ist und auch im Ganzen ausgerollt und in die Form gehoben werden kann. 🙂 

Wenn ihr die Tarteform dann mit Mürbeteig ausgekleidet habt, stecht ihr den Boden mehrmals mit einer Gabel ein. Der Boden soll nun nämlich 20 Minuten vorgebacken werden und so verhindert ihr das Aufgehen des Teiges. Der Boden an sich soll ja schön flach bleiben!

Ich habe hier auf das klassische Blindbacken mit Hülsenfrüchten verzichtet. Ich wollte nämlich einen knackigen Mürbeteig haben und dabei hätten Backpapier und Hülsenfrüchte gestört.Indem ihr den Boden mit der Gabel einstecht, verhindert ihr trotzdem, dass der Teig aufgeht. Die Oberfläche wird aber schön braun und knackig. Das ergänzt sich wunderbar mit der leckeren Cremefüllung.

Für die Creme müsst ihr als erstes einen Vanillepudding kochen. Dieser besteht aus Milch, Vanille, Eigelb, Zucker, Mehl und etwas Stärke. Die Milch wird mit einer Vanilleschote und einer Zimtstange aufgekocht und bekommt dadurch ein tolles Aroma.  Am Ende wird in den eingedickten Pudding noch Butter untergehoben. Ich habe ja schön erwähnt, dass südafrikanische Desserts etwas mächtiger sind! 😀 

Normalerweise wird beim klassischen Pudding das Eiweiß ja nicht verwendet. Das Eigelb benötigt man nämlich ohne Eiweiß für die Bindung der Masse. Hier bei der Melktert wird das Eiweiß allerdings steif geschlagen und unter den Pudding gehoben. Danach kommt die Füllung auf den vorgebackenen Boden und wird dann nochmal bei 200 Grad für 10 Minuten gebacken. 

Die Melktert- einer meiner Lieblingskuchen!

Die Füllung wird durch das Backen schnittfest, bleibt aber trotzdem so schön cremig! Ich liebe die Konsistenz der Creme und natürlich auch den Geschmack. Durch die Butter und das Eiweiß schmeckt die Creme nicht nach einem klassischen Pudding und hat etwas ganz besonderes an sich!

Oben auf die Melktert kommt dann noch eine gute Prise Zimt. Wer meinen Blog hier schon länger verfolgt weiß, wie sehr ich Zimt liebe! In diesem Kuchen ist also wirklich alles drin, was ich gerne mag. Ein Träumchen!

Ich hoffe, ihr habt auch Lust bekommen, mit dieser Melktert etwas in die Ferne zu schweifen! Es lohnt sich auf jeden Fall, sie nachzubacken. Sie ist zudem noch relativ einfach und schnell gemacht. Also ran an die Öfen meine lieben, der südafrikanische Genuss ist nur ein paar Minuten weit entfernt! 🙂 

Die Melktert ist eines der beliebtesten Desserts in Südafrika! 

Simone von Sheepy’s Bakery

 
 

Melktert angeschnitten und auf weißem Teller angerichtet

 

Melktert- oder Milk Tart? Oder vielleicht auch Milchkuchen? 🙂 

Egal welchen Namen man diesem Kuchen gibt- Afrikaans, Englisch oder Deutsch- eines bleibt gleich: dieser Kuchen ist einfach nur lecker! Wie ihr eine leckere Melktert aus Mürbeteig und Vanillecreme macht, zeige ich euch hier im Rezept!

Melktert

Bewertung 3.9/5
( 11 Bewertungen )
Portionen: Tarteform 24cm Durchmesser Vorbereitungszeit: Backzeit: Nährwertangaben 200 Kalorien 20 grams Fett

Zutaten

Für den Mürbeteig:

  • 225g Mehl
  • 75g Puderzucker
  • 125g kalte Butter
  • 1 Ei
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 25g Speisestärke

Für die Füllung:

  • 550 ml Milch
  • 1 Zimtstange oder 1 TL Zimt+ Zimt zum Bestäuben
  • 1/2 Vanilleschote oder 2 TL Vanilleextrakt
  • 150g Zucker
  • 2 Eier
  • 20g Mehl
  • 20g Speisestärke
  • 50g Butter

Anleitung

Schritt 1

Knetet alle Zutaten für den Mürbeteig schnell zu einer glatten Teigkugel zusammen. Drückt diese dann etwas flacher, wickelt sie in Frischaltefolie und lasst sie mindestens 30 Minuten im Kühlschrank ruhen.

 

Schritt 2

Heizt den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vor und fettet eure Tarteform gründlich mit Butter ein.

Knetet den Mürbeteig nochmal durch und rollt ihn auf einer gut bemehlten Oberfläche ca. 3mm dünn und ca. 30cm im Durchmesser aus.

Wickelt den Teig dann locker um das Nudelholz und hebt ihn so in die Tarteform. Drückt die Ränder etwas fest und schneidet den überschüssigen Teig ab.

Sollte der Teig bei euch reißen, kleidet erst den Boden der Form aus und dann Stück für Stück den Rand.

Stecht den Boden dann mehrmals mit einer Gabel ein.

Backt den Boden dann 20 Minuten auf mittlerer Schiene vor. Er sollte am Ende goldbraun sein. Nehmt den Boden dann aus dem Ofen und stellt ihn zur Seite bis die Füllung fertig ist. Schaltet den Ofen nicht aus, sondern heizt ihn auf 200 Grad Ober-/Unterhitze hoch.

 

Schritt 3

Für die Füllung vermischt ihr das Mehl, die Speisestärke, die Eigelbe, 100g Zucker und 50ml Milch miteinander. Am besten eignet sich hierfür ein Schneebesen.

Kratzt die Vanilleschote aus und gebt Mark und Schote zusammen mit Zimt/Zimtstange zu den restlichen 500ml Milch in einen Topf. Lasst die Milch Aufkochen, nehmt sie vom Herd und dann 10 Minuten mit Vanille und Zimt ziehen.

Entfernt dann die Vanilleschote und die Zimtstange. Rührt die Eigelb-Zucker-Masse in die Milch ein, stellt alles zurück auf den Herd und dickt den Pudding bei mittlerer Temperatur und mehrmaligem Umrühren ein. Wenn ihr eine cremige Konsistenz erhalten habt, ist der Pudding fertig! 

Fügt dann die Butter hinzu und rührt so lange, bis sie im Pudding geschmolzen ist.

 

Schritt 4

Schlagt dann die Eiweiße mit den restlichen 50g Zucker steif. Hebt den Eischnee dann unter den warmen Pudding.

Füllt die Masse auf den vorgebackenen Boden. Backt die Tarte nochmal 10 Minuten bei 200 Grad Ober-/Unterhitze.

Nach dem Backen bestäubt ihr sie noch mit etwas Zimt an der Oberfläche. 

Melktert mit Zimt auf Gabel aufgestochen

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