Ein köstlicher niederländischer Kuchen: der Vlaai!

von Simone Schäfer
Vlaai mit Kirschen und Hefeteig

Einfach unglaublich lecker: der Vlaai!

Wer letztes Jahr die Sendung „Das große Backen“ aufmerksam verfolgt hat, dem wird dieser Kuchen schon einmal über den Weg gelaufen sein: der niederländische Vlaai! Da ging es um eine imaginäre Europareise und es wurden verschiedene Gebäcke aus mehreren europäischen Ländern nachgebacken. Moment mal! Das klingt doch ganz nach Sheepy`s Backweltreise! 

Da ich ja auch so großes Interesse an den Gebäcken der Welt habe, fand ich die letzte Staffel von „Das große Backen“ natürlich besonders toll. Man hat wieder Neues über Kuchen & Co. gelernt, die man vielleicht noch nicht so ganz auf dem Schirm hatte. 

Meine Backweltreise sollte nun auch einmal in den Niederlanden stoppen und da ist mir gleich wieder der leckere Vlaai eingefallen, der auch in der Sendung gebacken werden musste. Für alle, die den Vlaai noch nicht kennen, möchte ich kurz erzählen, um was es hier eigentlich geht! 🙂

Der Vlaai ist ein typisch niederländischer Kuchen, der vor allem in der Region Limburg bekannt ist und deswegen auch oft Limburger Vlaai genannt wird. Dieser leckere Kuchen besteht aus einem süßen Hefeteig, den ihr ganz dünn ausrollen müsst. Mit dem Hefeteig kleidet ihr dann eine Kuchenform aus, bestenfalls eine Tarteform. Denn der Rand des Vlaais sollte nicht allzu hoch sein und das klappt mit einer Tarteform wunderbar!

Gefüllt wird der Vlaai mit einem saftigen Fruchtkompott. Dabei gibt es keine Vorgaben, welches Obst ihr dafür verwenden sollt. Ihr könnt jedes Obst zum Kompott einkochen, das euch besonders gut schmeckt! Ich habe hier Kirschen verwendet. Ich liebe den leckeren Geschmack der roten Früchte und auch optisch machen sie in Kuchen immer richtig viel her! Ich könnte mir Aprikosen oder Äpfel auch sehr gut als Füllung vorstellen.

Tipps & Tricks für einen perfekte Vlaai!

Jeder leckere Vlaai braucht einen fluffigen Hefeteig als Basis. Diesen müsst ihr wie einen ganz klassischen süßen Hefeteig zubereiten. Ich habe hier aus Mehl, lauwarmer Milch, einem Teelöffel Zucker und Hefe einen Vorteig hergestellt. Dieser ruht dann erst einmal 15 Minuten. Danach habe ich alle restlichen Zutaten dazugegeben. Das sind ein Eigelb, Zucker, Vanillezucker, eine Prise Salz, Zitronenabrieb und weiche Butter. 

Wichtig dabei ist, dass die Milch wirklich lauwarm ist. Nicht zu heiß und nicht zu kalt. Der Teig muss außerdem ca. 10 Minuten lang geknetet werden, damit er am Ende schön fluffig wird. Die Geduld zahlt sich hier auf alle Fälle aus!

Der Teig muss nach dem Kneten für ca. 1 Stunde ruhen. Diese Ruhezeit ist extrem wichtig, damit ihr den Teig dünn ausrollen könnt, ohne dass er sich wieder zusammenzieht. Wenn der Teig beim Ausrollen wie ein Gummi zurückschnellt ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass er noch ein längeres Päuschen braucht! 🙂

Versucht den Hefeteig für den Vlaai sehr dünn auszurollen. Ähnlich wie Mürbeteig, würde ich sagen. Meinen Hefeteig habe ich dafür auf ca. 0,3- 0,5  Zentimeter Dicke ausgerollt. Aber nur 2/3 davon! Denn der Rest wird oben als Gitter auf den Kuchen gelegt. Ein weiteres typisches Merkmal für einen niederländischen Vlaai!

Nachdem ihr euer Fruchtkompott auf den Hefeteig gefüllt habt, sollte der ungebackene Kuchen vor dem Backen nochmal 10 Minuten in den Kühlschrank. So verhindert ihr, dass er weiter aufgeht! Die perfekte Zeit, um besagtes Gitter vorzubereiten! 

Das Gitter für den leckeren Vlaai!

Gitter auf Obstkuchen sind wahre Hingucker! Ich habe euch hier beispielsweise schon mal gezeigt, wie man einen saftigen Apfelkuchen mit Mürbeteiggitter verzieren kann. Egal ob Mürbeteig oder Hefeteig- die Verarbeitung ist hier die gleiche. Ich finde sogar, dass sich der Hefeteig noch besser flechten lässt. Er ist stabiler und bricht nicht so leicht wie Mürbeteig.

Für diese Deko braucht ihr nicht viel! Ihr müsst lediglich das letzte Drittel des Hefeteiges dünn ausrollen und dann in ca. 1,5- 2 Zentimeter breite Streifen schneiden. Mit einem scharfen Messer oder Pizzaschneider geht das wunderbar! Danach legt ihr ein paar der Streifen mit etwas Abstand senkrecht zu euch auf das Kirschkompott. 

Klappt nun jeden zweiten Streifen bis zur Mitte hin zurück. Legt dann einen Streifen waagerecht und mittig auf den Kuchen und klappt die senkrechten Streifen wieder darüber. Schlagt jetzt die anderen senkrechten Streifen, die ihr gerade nicht benutzt habt, mittig zurück und legt wieder einen waagerechten Streifen darüber. Macht so weiter, bis die obere Hälfte des Kuchens bedeckt ist. 

Für die untere Seite verfahrt ihr genau so. Ihr schlagt die Streifen nur nicht nach unten mittig ein, sondern nach oben zur Mitte hin. Das hört sich jetzt komplizierter an als es ist! Probiert es einfach mal aus. Hefeteig ist, wie gesagt, eine wunderbare und stabile Basis dafür, das gut üben zu können. 

Vor dem Backen habe ich das Gitter noch mit etwas Milch bepinselt und mit Hagelzucker bestreut. Statt dem Hagelzucker könnt ihr den Kuchen auch nach dem Backen mit Puderzucker bestäuben! 

Ich kann euch den Vlaai nur wärmstens ans Herz legen! Der fruchtige Kuchen ist nicht zu süß oder zu schwer und passt dadurch auch perfekt in den anstehenden Sommer. Durch das Kompott bleibt der Hefeteig richtig saftig und lecker. Überzeugt euch doch einmal selbst davon! 🙂 

Den Vlaai könnt ihr mit den verschiedensten Obstsorten füllen! Wichtig ist nur, dass es vorher zum Kompott eingekocht wurde. Wird das Obst roh daraufgelegt, ist es kein Vlaai mehr. 🙂 

Simone von Sheepy’s Bakery

 
 

Vlaai im Ganzen mit Gitter und Fruchtkompott

 

Niederländischer Vlaai: ein saftiger Hefekuchen mit leckerem Fruchtkompott!  

Dieser Kuchen ist nicht zu süß und auch nicht zu schwer! Der Hefeteig bleibt durch das Obst schön saftig und ist so angenehm zu essen. Ich habe hier Kirschen für das Fruchtkompott verwendet. Aber gerne könnt ihr hier auch selbst kreativ werden! 🙂 

Vlaai

Bewertung 4.6/5
( 16 Bewertungen )
Portionen: 24er Tarteform oder Springform Vorbereitungszeit: Backzeit: Nährwertangaben 200 Kalorien 20 grams Fett

Zutaten

Für den Hefeteig:

  • 300g Mehl
  • 1 Päckchen Trockenhefe oder 1/2 Würfel frische Hefe
  • 50g weiche Butter
  • 40g Zucker
  • 150ml lauwarme Milch
  • 2 TL Zitronenabrieb
  • 1 Prise Salz 
  • 1 Eigelb

Für das Kirschkompott:

  • 500g eingelegte Sauerkirschen, abgetropft
  • 20g Speisestärke
  • 150ml Kirschsaft
  • 2 TL Zitronenabrieb
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Zimt
  • 75g Zucker

außerdem:

  • 2 EL Milch
  • etwas Hagelzucker

Anleitung

Schritt 1

Für den Hefeteig erhitzt ihr die Milch in einem kleinen Topf, bis sie lauwarm ist. Gebt die Hefe und einen TL Zucker dazu und rührt, bis sich alles aufgelöst hat.

Füllt das Mehl in eine Schüssel und formt eine Mulde in die Mitte. Kippt die Hefemilch in die Mitte und verrührt etwas Mehl vom Rand damit bis eine Art Brei in der Mitte entsteht. Es soll aber nicht das ganze Mehl mit der Milch vermischt werden!

Deckt den Vorteig ab und lasst in ca. 15 Minuten an einem warmen Ort ruhen.

 

Schritt 2

Gebt nach der Ruhezeit alle übrigen Zutaten für den Hefeteig zum Vorteig. Knetet den Teig mit den Knethaken eures Rührgerätes oder eurer Küchenmaschine ca. 7-10 Minuten, bis ihr eine glatte Teigkugel erhaltet, die nicht mehr klebt. 

Deckt diesen Teig nun auch ab, stellt ihn an einen warmen Ort und lasst ihn eine Stunde ruhen. 

 

Schritt 3

Stellt in der Zwischenzeit das Kirschkompott her. Gebt den Kirschsaft in einen Topf. Rührt die Speisestärke, den Zucker, den Vanillezucker, den Zitronenabrieb und den Zimt ein und lasst alles aufkochen. 

Schüttet anschließend die Kirschen dazu und rührt kräftig um. Lasst das Kompott nochmal 2 Minuten weiterköcheln. 

Füllt es in eine Schüssel und lasst es vollständig abkühlen. 

 

Schritt 4

Rollt 2/3 des Hefeteiges auf einer bemehlten Oberfläche sehr dünn (ca. 3-5mm) aus. Achtet dabei auf eine runde Form. 

Fettet eure Tarte- oder Springform etwas mit Butter ein. Kleidet sie dann vollständig mit dem Teig aus. Hefeteig ist sehr stabil und sollte beim Auskleiden deshalb nicht reißen. Drückt den Hefeteig überall gut an und schneidet überstehende Ränder mit einem scharfen Messer ab. Die Reste könnt ihr mit dem übrigen Hefeteig verkneten. 

Füllt das abgekühlte Kirschkompott auf den Hefeteig und verteilt es gleichmäßig. Stellt die Form so für ca. 10 Minuten in den Kühlschrank.

 

Schritt 5

Heizt den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vor.

In der Zwischenzeit könnt ihr das Gitter vorbereiten. Rollt das restliche Drittel des Hefeteigs ebenfalls ca. 3-5mm dünn aus. Schneidet den Teig dann in ca. 1,5-2cm dicke Streifen. 

Nehmt den Vlaai wieder aus dem Kühlschrank und beginnt das Gitter zu flechten. Dafür legt ihr ein paar der Streifen senkrecht in einem kleinen Abstand dazwischen auf den Kuchen. 

Klappt jeden zweiten Streifen bis zur Mitte nach unten. Legt nun eine Teigstreifen waagerecht und mittig auf den Kuchen und klappt die Streifen darüber. Faltet nun die Streifen, die ihr gerade nicht umgeklappt hattet, mittig nach unten. Legt wieder einen Streifen waagerecht mit Abstand über den Kuchen und klappt die senkrechten Streifen darüber. Macht so weiter, bis der ganze Kuchen mit dem Gitter bedeckt ist.

Bepinselt das Gitter anschließend mit etwas Milch und bestreut es mit etwas Hagelzucker.

Der Vlaai muss nun für ca. 20 Minuten in den Ofen. Möglicherweise müsst ihr ihn nach ca. 10-15 Minuten mit Alufolie abdecken, falls er euch zu braun wird. 

Vlaai mit Gitter aus Hefeteig

3 Kommentare

Nico 25. April 2022 - 13:14

Danke für das Rezept und die Beschreibung für das Flechten des Gitters, das hat mir geholfen. Übrigens: [Besserwisser-Modus ein] In der niederländischen Sprache heißt es DIE Vlaai, in der Mehrzahl „Vlaaien“. [Besserwisser-Modus wieder aus]

Antworte
Simone Schäfer 26. April 2022 - 10:58

Hallo Nico,
freut mich sehr, wenn es mit dem Flechten gut geklappt hat! Haha 🙂 ich freu mich doch immer, wenn ich was dazulernen kann! Danke dir auf jeden Fall für den Hinweis, ich finde das spannend! 🙂

Liebe Grüße
Simone

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AUS 8 LÄNDERN,LECKERE LIEBLINGSKUCHEN - NORDISCHES REISEFIEBER 31. Mai 2022 - 06:43

[…] ein Teiggitter darauf gelegt, ähnlich wie beim österreichischen Linzer Törtchen. Der Boden vom Vlaai sollte ganz dünn sein und die Fruchtschicht richtig hoch. Aus dem Kühlschrank schmeckt er […]

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